Verlorene Orte, geheimnisvolle Plätze


20 Beiträge zur Auswahl

Verlassene Stätten ohne Adresse: Lost Places und Brüche in der Zeit sind fast überall, aber auch mit GPS-Unterstützung schwer finden. Die Orte geografische Plätze sein, aber auch Dachböden, Winkel und Nischen gehören auf eine Landkarte des Vergessenen. Alle diese Orte sind aus ihrem Kontext von Zeit und Bedeutung herausgefallen.

Verlassenes Haus mit leeren Fenstern vor Herbstlaub auf einem alten Fabrikgelände


#01 Ruinen ohne Weißes Gold

Verlorener Kaolin-Standort Spergau

  INDUSTRIE   16 | 3:35 Min

Blick in eine Halle des Kaolin-Werkes mit Anlagen zur Verarbeitung der geförderten Rohstoffe

Spergau rückte als Lagerstätte von Kaolin Ende der 1870er Jahre zum Industriestandort auf. Das Ende der DDR und der internationale Markt hängten den mitteldeutschen Produktionsstandort rasch ab. Seit drei Jahrzehnten bestimmen Wildwuchs und Ruinen das Bild.


#02 Kunst, Verfall und Krempel

Ruine als Lost-Place-Galerie

  INDUSTRIE   15 | 4:25 Min

Front einer ehemaligen Kesselanlage mit großem Graffiti-Gesicht

Das Kesselhaus der Plagwitzer Textilfabrik Stöhr & Co. ist eines der letzten großen Lost Places. Das Haus steht seit Jahrzehnten verlassen, in der Umgebung Brachen als auch Neubauprojekte. Im Stillen mauserte sich das Kraftwerk zu einer besonderen Graffiti-Galerie.


#03 Verlassener Ort in XXL

Das Raw Ernst Thälmann Halle

  INDUSTRIE   19 | 3:55 Min

Blick in eine weitläufige beräumte Halle des ehemaligen Ausbesserungswerkes

Mitten durch die Saalestadt ziehen sich Bahnanlagen als breiter Gürtel von Süd nach Nord. Den Inselstatus des Ausbesserungswerkes unterstrich die ständig geschlossene Schranke am Kanenaer Weg. Mit der Jahrtausendwende entstand großflächiges Ödland.


#04 Saure-Gurken-Zeit für Konservenfabrik

Der vergessene Lost Place

  URBANES   18 | 3:25 Min

Gasse mit maroden Schuppen im hohen Wildwuchs vor Neubaublock-Kulisse im Hintergrund

Die ruinösen Reste der brachliegenden Fabrik Konserven-Schumann sollten 2014 Geschichte sein. Doch auch Jahre später hat sich auf dem Ruinenareal nichts getan. Ringsum wuchs am Bayerischen Bahnhof derweil ein neues Stadtquartier heran.


#05 Hopfen und Malz, Gott erhalt's!

Von Marken zu Lost Places

  INDUSTRIE   17 | 4:45 Min

Blick auf Fabrikhalle der alten Sternburg-Brauerei in Trümmerlandschaft

Gesoffen wird seit Jahrzehnten und Jahrhunderten. Am Konsum ändert sich das eine oder andere, was seitens der Produktion nicht gesagt werden kann. Das Ende der DDR-Wirtschaft und die zunehmende Globalisierung trafen den Brauerei-Sektor besonders stark.


#06 Abseits der Touristenströme

Verlorene Orte im Harzer Selketal

  ORTE & PLÄTZE   17 | 3:00 Min

Ruinenensemble mit Trümmerschutt nach einem Großbrand vor Naturkulisse

Inmitten des wildromantischen Harzer Selketals offenbart sich eine wirtschaftliche Schieflage. Neben überlaufenen touristischen Hotspots in einer der beliebtesten Urlaubsregionen Mitteldeutschlands sind ganze Landstriche verwaist und abgehangen.


#07 Die bestversteckte Stadtansicht

Unentdecktes aus DM-Zeiten

  GESCHICHTEN   3 | 3:45 Min

Gesamtansicht Vorderseite 100-DM-Schein

Die 100-DM-Note war die häufigste im Geldumlauf. Eine Stadtansicht Leipzigs haben mit ihr viele in den Händen gehalten. Aufgefallen ist das nur wenigen, auch nicht den als findig geltenden Leipzigern. Die Geschichte dazu begann bereits vor dem Mauerfall.


#08 Lange schon ausgesponnen

Alter Textilbetrieb als Industriebrache

  INDUSTRIE   17 | 3:25 Min

Blick über Bauzaun auf entkerntes Heizhaus im beräumten Fabrikgelände

Als VEB Jutespinnerei Texafol firmierte zu DDR-Zeiten der Leipziger Spinnereibetrieb Tränkner & Würker Nachf, der die Wende nur um wenige Monate überlebte. Geblieben ist hingegen eine charismatische Industrieruine zwischen Vandalismus und Verfall.


#09 Verfall im stolzen Tudorstil

Die Maschinenbau-­Fabrik Swiderski

  INDUSTRIE   18 | 3:45 Min

Der backsteinverkleidete Wasserturm ist trotz des ruinösen Zustands der Fabrikgebäude ein Blickfang geblieben

Die neogotischen Fabrikgebäude der Maschinenbaufabrik Swiderski mit ihren Klinkerfassaden und dem markanten Backsteinturm schuf der Architekt Eduard Steyer im Jahr 1888. Der Wirtschaftsboom jener Zeit ließ auch für solche extravaganten Lösungen noch Platz.


#10 Berge mitten im flachen Land

Scherbelberge als beliebtes Ausflugsziel

  ERKUNDUNGEN   9 | 2:50 Min

Gut zu erkennen ist der Schutt aus Weltkriegs-Trümmern, die zu einem Berg aufgeschüttet wurden

Alles, was sich mehr als zehn Meter über das platte Land erhebt, gilt den Leipzigern als Berg. Bis auf wenige Ausnahmen sind diese Erhebungen nicht natürlichen Ursprungs. Die bekanntesten unter ihnen wuchsen aus Haushaltsabfällen oder Kriegstrümmern.


#11 Naturwunder und Sehnsuchtsort

Ruinen auf dem Berg Oybin

  ORTE & PLÄTZE   13 | 3:00 Min

Mauerrest mit leerem Fenster in der Ruine auf dem Berg Oybin hinter Felsformationen

Im 19. Jahrhundert zogen die Klosterruine und der Friedhof auf dem Oybin zahlreiche Künstler an. Dort fanden sie Inspiration und künstlerische Motive für ihre Werke. Noch heute spürt man die besondere Ausstrahlung des Ortes und kann seine Wirkung ahnen.


#12 Sport frei! An verlassenen Orten

Wettkampfstätten als Lost Places

  ORTE & PLÄTZE   17 | 4:35 Min

Blick entlang einer alten Betonwand der ehemaligen Rennschlittenbahn

Leistungssport ist lange schon ein Politikum. Medaillen und Fördertöpfe befeuern den Ehrgeiz von Sportlern, Funktionären und Politikern. Manche Prestigeobjekte jedoch verfallen zu markanten Lost Places und verbleiben noch Jahrzehnte in der Landschaft.


#13 Kleines Haus am Waldesrand

Ferienidyll kann Lost Place werden

  ORTE & PLÄTZE   20 | 4:30 Min

Leerstehendes verfallenes Häuschen vor hoher Waldkulisse im Wildwuchs

Statistisch gesehen hätten Beherbergungsbetriebe in Deutschland keinen Grund zum Jammern. Ausgaben fürs Reisen stehen auf dem zweiten Platz der Prioritätenliste. Nach der Corona-Flaute wurde auch zugelegt, doch das gilt nicht für alle und nicht überall.


#14 Landschaft als Lost Place

Mondlandschaften nach der Kohle

  ORTE & PLÄTZE   15 | 4:00 Min

Blick über renaturierte Tagebaufläche auf großen Absetzer hinter Zaun in einer Ausstellung

Die Kohlegewinnung in den Mitteldeutschen Revieren startete in den 1920er Jahren im großen Stil. Doch nicht allein weggebaggerte Orte führten zu Verwerfungen. Nach dem Ende der Tagebaue bleiben lange noch regelrechte Mondlandschaften zurück.


#15 Triumph der Neuen Schäbigkeit

Ein Lost Place muss Platz machen

  URBANES   13 | 2:10 Min

Großbaustelle mit Kränen für das Hafenquartier zwischen neuen Wegen und Speichergebäuden

Der in den 1930er Jahren entstandene Hafen in Leipzig hatte über Jahrzehnte keinen Anschluss an ein Gewässer. Mit der Anbindung kam die Aufwertung des Gebietes und der Bau eines neuen Stadtviertels, das allerdings bei Architektur-Kritikern durchgefallen ist.


#16 Achtung! Wichtiges Update

Lost Places sind schnell mal weg

  URBANES   23 | 3:30 Min

Großaufnahme Warnschild Baustelle an Absperrband in historischem Stadtzentrum

Lost Places sind aus der Zeit gefallen, doch der Raum, in dem sie stehen ist zerbrechlich. Wenn alle aus der Fotomeute durchgelaufen sind oder gelangweilte Kids zündeln, ist oft endgültig Schluss. Doch auch ein Happy End lässt die verlassenen Orte verschwinden.


#17 Abwicklung im Zeitraffer

Ein Industrierevier verschwindet

  URBANES   15 | 2:15 Min

Blick von oben über Plagwitzer Stadtlandschaft mit Werkstätten, Gewerberäumen und Wohnhäusern

Nach der politischen Wende in der DDR ging es mit den 90.000 Industriearbeitsplätzen in Leipzig-Plagwitz binnen kürzester Zeit bergab, begann flächendeckender Abriss. Viel hat sich seitdem zum Positiven verändert, doch einige Orte sind seither verlassen.


#18 Drahtseilakte bei Bleichert

Industrieruine wird Edelimmobilie

  INDUSTRIE   18 | 3:20 Min

Blick durch leere Produktionshalle auf den Innenhof des Werksgeländes

Über Jahrzehnte war das Traditionsunternehmen Weltmarktführer in der Herstellung von Seilbahnen und Transportanlagen, mit der Wende kam das Aus. Nach zwei Jahrzehnten Leerstand und Verfall begann ein Umbau der Produktionshallen zu einem Wohnpark.


#19 Der Dachboden als Zeitkapsel

Vertrauter wie geheimnisvoller Ort

  ERKUNDUNGEN   11 | 3:15 Min

Unsortierte Schätze auf gut belegtem Dachboden

Um ausgewählte Dinge aus der Zeit an folgende Generationen weiterzugeben, wählte man Zeitkapseln im Grundstein oder hoch oben in sogenannten Kirchturmsknöpfen. Der gute alte Dachboden mit seinen Schätzen im Zwielicht ist diesen durchaus ähnlich.


#20 Verfall auf Raten ist beendet

Taubenhaus Freiroda ist weg

  ORTE & PLÄTZE   9 | 2:20 Min

Der noch zuletzt stehen gebliebene Rest vom Taubenhaus im Ortskern hinter Zweigen

Der 320-Seelen-Ort Freiroda, heute Teil der Stadt Schkeuditz bei Leipzig, hatte mit dem Taubenhaus ein markantes wie typisches Gebäude. Nach Jahrzehnten des Leerstands gehörte es zu den verlassenen Orten. Der Amtsschimmel gab ihm schließlich den Rest.