MILITARIA 18 | 3:50 Min
An der Stüdekoppel, südlich vom mecklenburgischen Ludwigslust, sind im Schatten zwischen weitläufigem Brachland und Gewerbegebieten die Reste einer Militäranlage zu finden. Sie entstand für die Luftwaffe, seit dem Abzug der Roten Armee stand das Objekt leer, verfielen Gebäude zu Ruinen.

Es ist nicht so, dass das verfallende Objekt im Niemandsland stehen würde. Im nordwestlichen Teil des Geländes befindet sich heute eine Kiesgrube für eine nahe gelegene Baustofffirma. Das schmale Südost-Ende teilen sich die übriggebliebenen Reste des Fliegerhorstes mit einem Gewerbegebiet. Flächendeckend aber erobert sich die Natur das brach liegende Gelände Stück um Stück zurück.

Beginn im Geheimen
Das Gelände beherbergte zuerst den Fliegerhorst Ludwigslust. Die Pläne für eine Einsatz- und Ausbildungsstätte entwickelte bereits die Reichswehr, noch vor der Gründung der Luftwaffe begannen 1934 die Bauarbeiten. Doch die Zeit dieser Flugschule währte nicht lang.


Am Standort Ludwigslust verblieben bald nur noch Wartungsarbeiten durch die Heinkel-Flugzeugwerke sowie das Einfliegen und die Truppeneinführung neuer Flugzeugtypen, unter ihnen die Ju 88, He 177 und He 162. Bis Kriegsende folgten Stationierungen und Bezeichnungen im beständigen Wechsel: Lehrgeschwader, Kampfgeschwader, Aufklärungsschule, Jagdgeschwader, Ergänzungs-Nachtjagdstaffel, Schlachtgeschwader, Kampfgeschwader, Transportgruppe.



Beständigkeit und Wechsel
Die Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg zeichneten sich hingegen durch gewisse Beständigkeit aus. Nach 1945 belegten sowjetische Streitkräfte der Westgruppe die Anlagen. Hauptnutzer war ein Panzerregiment, aber auch Mot-Schützen, Panzerabwehr und Pioniere waren am Standort des einstigen Fliegerhorstes stationiert.


Auf dem Gelände befand sich außerdem eine Radarstation sowie ein Beobachtungsposten. Ein Feldflugplatz der sowjetischen Streitkräfte entstand dagegen südöstlich des Fliegerhorst-Geländes neu.




Schrittweiser Verfall
Wie andere militärische Bauten auch errichtete man Gebäude und Anlagen streng nach festgelegten Standarts. Die Hallendächer der Hangars entstanden in bewährter Leichtbauweise als Stahlfachwerkkonstruktion mit Holzverkleidung. Waren die Gebäude und Anlagen nach Jahrzehnten ohnehin in keinem guten Zustand, verschärfte sich mit dem Abzug der sowjetischen Truppen die Situation.


An einer Nachnutzung als Militärstandort bestand kein Interesse, für eine zivile Nutzung der Gebäude fand sich in der Nachbarschaft des Gewerbegebietes Techentin kein Interessent. So lag das Gelände als Niemandsland in der Zeit erst einmal brach.

Der nordöstlich gelegene Flugzeughangar 1 verschwand 2005 für den Bau einer Müllverbrennungs-Anlage (übrigens die kleinste in Deutschland). Nur Hangar 2 und 3 blieben stehen. Vor allem die Konstruktion der Hangardächer befindet sich in einem desolaten Zustand, Teile sind bereits eingestürzt. Auch die ehemalige Fliegerschule und das Heizhaus sind stark vom Verfall gezeichnet.

