Arbeitsvorrat als Zeitkapsel


Bereits weg und doch noch da

  TECHNIK   15 | 3:30 Min

Die Grenze zwischen brauchbar und wertlos verläuft in den wenigsten Fällen geradlinig. Gerade technische Artefakte überdauern auf verschlungenen Wege bei manchem Hin und Her. Ein buntes Nebeneinander von Ungleichzeitigkeiten ist in vielen technischen Sammlungen zu finden.

Lokkessel einer polnischen TKp 4430 im hohen Wildwuchs hinter Schuppen
Kleine wie große Ersatzteile liegen offen an Orten im zeitlichen Niemandsland
Reste einer Feldbahnlok lagern im Wildwuchs am Lindenauer Hafen vor Kulisse eines alten Speichers
Am Lindenauer Hafen tarnen sich die Überreste einer Schmalspur-Diesellok in der Vegetation

Museen haben einen Fundus, in dessen Regalreihen die Sammelstücke archiviert sind. Katalogisiert, geordnet und klimatisiert. Die Liebhaber historischer Autos haben eine oder mehrere gut gefüllte Garagen. Eisenbahnvereine verfügen zumeist über einen Hinterhof. Platzmangel im Schuppen füllt die dort vorhandenen Gleise. Für Neuzugänge sorgen der vermeintliche Fortschritt und wirtschaftliche Abschreibungen von allein. Das spezielle Hobby fordert seinen Tribut, Ersatzteile sind nicht mal eben über ebay Kleinanzeigen zu bekommen. Wohl dem, der für den Fall der Fälle gerüstet ist, man kann ja nie wissen ... So bleibt immer wieder eine Anzahl historischer Artefakte in der Arbeitsvorrat genannten Warteschleife.

Ausrangierte Triebwagen stehen als Arbeitsvorrat im Niemandsland der Zeit bei einem Verein
In der allergrößten Not verbleibt noch die Verwendung als Ersatzteilspender oder Tauschobjekt
Abgestellter Triebwagen hinter einer Sammlung Lokachsen im Freigelände
Bei allem reicht der Spagat von der mustergültigen Aufarbeitung zur vorläufigen Warteschleife
Reste des Baumusters eines nie in Serie gebauten Triebwagens neben weiteren Ersatzteilen
Bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt, auch im Schrottzustand tragen die Einzelstücke ihre Aura
Blühender Strauch vor den Resten einer Reihe abgestellter Dampfloks
Im Salzlandkreis ist ausreichend Platz für verlorene Orte und größere Dinge, die man aufhebt
Ausgemusterte alte Rangierloks in langer Reihe auf Abstellgleis
Schwer zu sagen, ob noch zu hebender Schatz, Ersatzteillager in Reserve oder simple Altlast?
Rostiger Kessel einer Dampflok neben weiteren Teilen hinter einem Haus
Nach Jahrzehnten auf Denkmalsockeln setzten manche Loks in Einzelteilen ihre Odyssee fort
Radsatzgruppe einer Dampflok im hohen Unkraut auf Abstellgleis
Einige Meter neben dem Kessel warten die Radsätze der Lok auf eine weitere Verwendung
Rostige Teile eines Führerhauses und weitere Baugruppen hinter Halt-Signal im Freien
Weitere Einzelteile lagern symbolträchtig wie vorschriftsgerecht hinter einem Abstellgleis
Rangierlok V22 und ein MAN-Triebwagen auf den Abstellgleisen
In der Nähe einer größeren Bahnwerkstatt liegt ein Ende als Ersatzteilspender nahe
Blick aus scheibenlosem Triebwagen-Führerstand auf abgestellte Rangierlok im Grünen
Schwierige Aussichten bei knappen Kassen, fehlendem Nachwuchs und überbordender Regulierung
Abgestellte Rangierdiesel unter Moos und Vegetation hintereinander auf Abstellgleis
Rangierdiesel trotzen im Wettlauf gegen Moos und Rost auf einem Abstellgleis den Zeiten
Diesellok der Reihe 118 bei sich hinziehender Aufarbeitung in Lokschuppen
Abstellflächen und Werkstattpotenzial sind viel wert, ändern aber nicht die Gesamtsituation
Spinnennetz über der Trittstufe eines Wagens in der Sonne
Wirtschaftliche Belange haben Pläne oft verzögert oder zu Makulatur werden lassen

Einen Mangel an Ordnungssinn sollte man den betreffenden Vereinen nicht unterstellen. Die Definition von Brauchbarkeit ist dehnbar. Nicht alles ist in einem engen Zeitraum machbar, nicht alles sollte aus kleinbürgerlichem Ordnungswahn radikal entsorgt werden. Die Preisentwicklung der letzten Jahre für Schrott kann durchaus beruhigen. Auch gab es bei einigen hoffnungslos scheinenden Fällen immer mal ein Happy End.