Über das Projekt ZeitBrüche

Der Anfang war eher zufällig und bestand aus einer immer weiter wachsenden Foto-Sammlung über Bauruinen, Verfallendes und Verschwindendes. Das Projekt ZeitBrüche versucht, Licht in das unsortierte Dunkel zu bringen und versteht sich als Plattform rund um das spannende Themenfeld von zeitlichen Brüchen und Verwerfungen im geregelten Ablauf des Zeitgeschehens. Die Annäherungen an diese Thematik sind in drei Schwerpunkte untergliedert.

Den ersten Schwerpunkt bilden Bildergalerien über Lost Places, doch beschränkt sich der Umgang mit ihnen nicht vordergründig auf stimmungsvolle Fotografien. Die unter Spurensuche zu findenden Diskurse sollen helfen, sich diesem komplexen Themenfeld mit einem theoretischen Schwerpunkt zu nähern, neue Zugänge zu erschließen und Zusammenhänge besser zu verstehen. Mit der Ausweitung des Blickwinkels auf zeitliche Brüche und Entwicklungen gelangt man zu einigen interessanten Entdeckungen im scheinbar unauffälligen Alltag, die in den Geschichten als drittem Schwerpunkt festgehalten sind.

Das mag auf den ersten Blick umfangreich erscheinen, doch der Gang entlang dieser Um-Wege lohnt. Wenn man sich allein in Mutmaßungen und Gefühlsbekundungen verliert, wird man einer Antwort auf die Frage nach dem besonderen Reiz der Lost Places kaum sinnvoll näher kommen.

In diesem Sinne wünsche ich allen Interessierten spannende Unterhaltung beim Finden und Entdecken!


Leipzig im Januar 2020,
Ingolf Bergfeld