Der Anfang von ZeitBrüche war eher zufällig – mittlerweile ist die Seite zu einer umfangreichen und frequentierten Plattform gewachsen. Im Mittelpunkt stehen immer noch die Dinge, die aus ihrer Zeit gefallen sind. Das sind vor allem die so genannten Lost oder Abandoned Places, die verlorenen und verlassenen Orte. Ebenso sind hier Dinge oder Persönlichkeiten festgehalten, die nicht so recht in die Zeit um sie herum passen wollten.
Vor allem sind es die Fotografien und die Geschichten hinter den Bildern, die auf ZeitBrüche im Mittelpunkt stehen. Sie geben Anlass für spannende Entdeckungsreisen durch die Zeiten. Diese Reisen führen oft über Umwege, denn einfache Erklärungen gibt es nicht. Brüche in der Zeit lassen sich auch nicht restlos klären, bleiben im Halbdunkel verborgen. Sie lassen sich nicht fassen und bleiben flüchtig.
Doch gerade das hat seinen Reiz. Brüche – beim Lesen und in der Wahrnehmung – sind ausdrücklich erwünscht und beabsichtigt. In diesem Sinne wünsche ich allen Besuchern dieser Seiten auch 2026 spannende Unterhaltung!
Ingolf Bergfeld
Was sind Lost Places?
Der Begriff Lost Places ist falsches Englisch und bedeutet in etwa verlassener Ort. Dabei bezieht man sich zumeist auf einzelne Gebäude oder bauliche Anlagen. Wichtiger als die Verlassenheit ist die Tatsache, dass sie aus dem Kontext ihrer ursprünglichen Nutzung herausgefallen sind. Ihre frühere Funktion kann man bestenfalls noch erahnen.
ZeitBrüche setzt den Fokus auf das Gefallen-Sein aus der Zeit. Damit rücken neben verlassenen Orten auch technische Artefakte oder immaterielle Dinge ins Blickfeld.
Was steckt dahinter?
Das Interesse an diesen verlassenen Orten ist enorm gewachsen. Hinter dem Trend steht auch das Verlangen nach Orientierung in unübersichtlichen Zeiten, bei schnellen und radikalen Veränderungen der aktuellen Lebenswelt. Was wir auch tun – es gibt kein wirkliches Zurück, man kann nicht aus der Zeit aussteigen. Auch Lost Places stehen letztlich nicht für die Ewigkeit.
Das Verschwindende noch einmal festzuhalten, steht bei ZeitBrüche im Mittelpunkt. Verfolgt werden dabei auch um Spuren, die in das Umfeld der Thematik führen.
Was gibt es ähnliches?
Es gibt einige Perallelen zu manchen Spielchen des Zeitgeites. Beim Urbexing steht ein sportliches Erkunden interessanter Orte im Mittelpunkt. Verlassene oder verborgene Orte nehmen beim Geocaching ebenfalls eine zentrale Rolle ein. Auch dort gilt es, etwas wiederzufinden. Doch ist das zu findende nicht wirklich abhanden gekommen, sondern listenreich versteckt.
An verlassenen Orten gilt, nichts wegzunehmen und außer Fußspuren nichts zu hinterlassen. Das, was man dort finden kann, ist ohnehin nicht materiell.
Was ist zu beachten?
Leider sind Lost Places ein oberflächliches Modethema geworden, angesiedelt zwischen Erlebnistouren und Pseudoromantik. Die besten, gruseligsten, angesagtesten Orte erscheinen regelmäßig in Fernsehdokus, der lokalen Presse und in sozialen Medien. Auf der Jagd nach Klickzahlen wird mit reißerisch geblähter Flachheit hausieren gegangen.
Auch wenn die Zeit läuft, man keine To-Do-Listen, es reicht, die Augen aufzuhalten. Das gilt auch vor Ort, um sich und andere nicht zu gefährden. Zu beachten sind zudem rechtliche Gratwanderungen und gesundheitliche Risiken.
Vor allem sollte Mäßigung im Mittelpunkt stehen, denn ein Lost Place ist vor allem ein Zeitzeuge. Wertvolle Spuren der Geschichte sind durch neugierige Besuchermassen bald heruntergetreten und unwiederbringlich verloren. Noch zwei Dutzend weiterer Schrottfotos und Wackelvideos vom Smartphone braucht im Grunde niemand.