FAQ ZeitBrüche – Wir über uns


Die häufigsten Fragen über zeitbrueche.de

  FAQ   7 | 3:25 Min

Im Dezember 2016 ging ZeitBrüche online und ist seither zu einer umfangreichen und frequentierten Plattform gewachsen. Die Brüche der Zeit, die hier im Mittelpunkt stehen, sind also rein inhaltlicher Natur. In diesem Sinne wünsche ich allen Besuchern auch im Jahr 2026 interessante Entdeckungen und spannende Unterhaltung!

Ingolf Bergfeld




Was ist mit Zeit-Brüchen gemeint?

ZeitBrüche bezieht sich auf Dinge, die aus der Zeit gefallen sind. Damit sind es Artefakte, die keine Funktion und keinen Zweck mehr haben. In erster Linie bezieht sich ZeitBrüche auf so genannte Lost Places, die verlorenen und verlassenen Orte. Daneben widmet sich die Seite aber auch Persönlichkeiten, Prozessen und Dingen, die nicht mehr oder nicht so recht in die Zeit um sie herum passen.

Defekte Uhr mit schräg stehendem Zifferblatt an einer Hauswand
Die überall gut geregelte Zeit gerät mitunter in Schräglage, dann kommen elementare Fragen auf

Wie sehen die Schwerpunkte aus?

Die Fotografien und die Geschichten hinter den Bildern stehen auf ZeitBrüche gleichauf im Mittelpunkt. Denn es gibt zwei weit verbreitete Unsitten: Zum einen ist es die Menge mittelprächtiger Fotos, die wie ein ausgeschütteter Schuhkarton mit Fotografien kommentarlos gepostet werden. Zum anderen fehlen Erklärungen und fundierte Hintergrund-Informationen. ZeitBrüche setzt auf eine Auswahl an Fotos und knappe, aber sorgsam recherchierte Geschichten.

Schreibtisch in den Resten eines Postengebäudes an einem Schießstand
Hinter allen verlassenen Orten stehen Geschichten, die man nicht nur vor Ort finden kann

Was sind Lost Places?

Der Begriff Lost Place/Lost Places ist im Grunde falsches Englisch und bedeutet in etwa verlassener Ort. Dabei bezieht man sich zumeist auf einzelne Gebäude oder Anlagen. Wichtiger als die Verlassenheit ist aber der Umstand, dass die Artefakte aus dem Kontext ihrer ursprünglichen Nutzung herausgefallen sind. Ihre frühere Funktion kann man bestenfalls noch erahnen. Diese Orte hat aber niemand aus Unachtsamkeit vergessen, noch sind sie tränenreich verloren.

Lost-Place-Rest in nächster Nähe eines städtischen Neubau-Wohnkomplexes
Die wirtschaftliche Entwicklung ließ Ruinen entstehen, Zufälle halfen oder hinderten im Eintelfall

Sind Lost Places ein Modethema?

Das Interesse an den verlassenen Orten ist in letzter Zeit enorm gewachsen. Hinter dem Trend steckt wahrscheinlich ein Verlangen nach Orientierung in orientierungsloser Zeit. Die tägliche Lebenswelt erscheint unübersichtlich, Erfahrungen sind scheinbar trügerisch und schnell entwertet. Doch was wir auch tun – es gibt kein Zurück, man kann aus der Zeit nicht einfach aussteigen. Auch Lost Places stehen nicht für die Ewigkeit.

Abrissbagger hinter dem Rest von einem Hauseingang bei seiner Arbeit
Manche der verlorenen Orte verschwinden durch Sanierung, die meisten aber sind ein Fall für den Abrissbagger

Was gibt es ähnliches?

Es gibt Perallelen zu manchen Spielchen des Zeitgeites. Beim Urbexing steht ein sportliches Erkunden interessanter Orte im Mittelpunkt, nicht selten als Wettlauf um angebliche Geheimtipps, die dann alle besuchen. Verlassene Orte sind häufig auch beim Geocaching gefragt, wenn es gilt, etwas wiederzufinden. Doch ist das zu Findende nicht wirklich abhanden gekommen, sondern listenreich nach Spielregeln versteckt.

Zweietagiger Spitzbunker mit Trafostation zur Energieversorgung
Hinter Geheimnissen stehen Fragen, die man stellen kann – auch wenn es keine Antwort gibt

Läuft da irgendetwas falsch?

Leider stecken Lost Places irgendwo zwischen Erlebnistouren und Pseudoromantik fest. Die besten, gruseligsten, angesagtesten Orte stehen regelmäßig in Fernsehdokus, der lokalen Presse oder sozialen Medien im Mittelpunkt. Auf der Jagd nach Klickzahlen wird häufig mit reißerisch geblähter Flachheit hausieren gegangen. Doch es gibt keine To-Do-Listen: Wer hektisch suchend durch die Gegend hastet, wird am Ende überhaupt nichts finden.

Müllberge, Graffiti und ein nach mehreren Großbränden eingestürztes Hallendach
So sieht es nach Jahren aus, wenn alle nur mal gucken wollen und einigen etwas aus der Tasche fällt

Gibt es dennoch Tipps?

Nach wie vor gilt, an verlassenen Orten nichts wegzunehmen und außer Fußspuren nichts zu hinterlassen. Das, was man dort wirklich findet, ist ohnehin nicht materiell. Es reicht, im Alltag die Augen aufzuhalten und es gilt Mäßigung. Denn ein Lost Place ist vor allem ein sensibler Zeitzeuge. Wertvolle Spuren der Geschichte sind durch Besuchermassen bald heruntergetreten und unwiederbringlich verloren.

Hinterlassene Fußspuren in einer getrockneten Betonfläche einer Nebenstraße
In Spuren stecken Geschichten zum Entdecken – Man kann, was nie geschrieben wurde, lesen

Findet man hier auf alles eine Antwort?

Darauf gibt es ein freundliches aber klares NEIN, denn gerade das Uneindeutige hat seinen Reiz. Es ist der Anlass für Entdeckungsreisen durch die Zeiten. Diese Reisen führen oft über Umwege, denn einfache Erklärungen gibt es nicht. Brüche in der Zeit lassen sich nicht restlos klären, bleiben letztlich im Halbdunkel verborgen. Sie lassen sich nicht fassen und sind flüchtig. Brüche – auch beim Lesen und in der Wahrnehmung – sind deswegen ausdrücklich beabsichtigt.